Die Bundesverwaltung der Schweiz wird in Zukunft Threema als Messenger einsetzen. Davor nutzten die Behörden WhatsApp und Skype Business. WhatsApp ist auch 2019 die Nummer eins auf dem Markt. Mit großem Abstand. Das ärgert mich.

Es ärgert mich, weil es bessere Optionen gibt. Apps wie Threema, Signal und Wire. Sie haben ähnliche Funktionen wie WhatsApp. Und einen großen Vorteil: Sie sind vertrauenswürdiger.

Ja, WhatsApp setzt seit ein paar Jahren auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Aber WhatsApp teilt auch Daten der Nutzer*innen mit Facebook. WhatsApp plant, Werbung zu schalten. Und vielleicht sogar, die Verschlüsselung abzuschwächen. Außerdem ist die App mehrfach mit Sicherheitslücken aufgefallen.

Threema und Signal sind schnell installiert

Es gibt nur einen einzigen Grund, der dafür spricht, WhatsApp zu nutzen: Weil die anderen es auch tun. Gruppenzwang. Mehr steckt nicht dahinter.

Das ist faszinierend, weil es zeigt, wie groß die Macht der Nutzer*innen theoretisch wäre. Es ist lächerlich einfach, WhatsApp gar nicht oder weniger zu benutzen. Wir alle klicken hunderte, wenn nicht tausende Male täglich auf unserem Smartphone herum. Ein paar Klicks mehr an einem Tag, eine neue App installiert – fertig.

Ich chatte seit Jahren etwa die Hälfte der Zeit mittels Threema. Zusammen mit ein paar Freund*innen habe ich mich damals entschieden, die App zu installieren. Threema kostete je nach Store zwischen 2,99 und 3,50 Euro. Signal und Wire sind sogar kostenlos. Zumindest in meinem Bekanntenkreis spielt Wire aber keine Rolle: 22 meiner Adressbuch-Kontakte nutzen Threema, acht Signal und nur einer Wire.

Zum Vergleich: Über 100 meiner Kontakte haben WhatsApp. Die wenigsten nehmen sich also die paar Minuten, die nötig wären, um einen oder zwei weitere Messenger zu installieren. Wenn ich diesen Menschen schreiben will, muss ich also bei WhatsApp bleiben.

Liebe Leser*in: Wenn du bisher nur WhatsApp benutzt, dann installiere doch einfach mal einen oder zwei andere Messenger. Das geht schnell und hat keinen Nachteil. Es ist ein einfacher Schritt, mit dem du dich etwas unabhängiger von Facebook machst. Einem Konzern, der sich nicht für dich interessiert, sondern nur für deine Daten.

Foto: mohamed_hassan/pixabay (CC0)

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